Im Sinne des Tierschutzes? – Weil Wissen hilft, nicht Mitleid

Canis indipendicus

– Ein Artikel in Zusammenarbeit mit Sophie Strodtbeck –

Zu jedem Artikel, der sich mit Tierschutzhunden auseinandersetzt, sollte vorab unbedingt erwähnt werden, dass es nicht den Tierschutz gibt – Hunde, unabhängig von ihrer Herkunft und ebenso innerhalb einer Rasse, sind Individuen, die zwar aufgrund ähnlicher Erfahrungen oder ähnlicher rassespezifischer Merkmale vergleichbare Verhaltensweisen zeigen können, in ihren Eigenheiten jedoch immer unterschiedlich sind. Zu Tierschutzhunden fallen vermutlich jedem, der mit diesem Thema bereits in Berührungen gekommen ist, einige Phrasen ein – Tierschutzhunde seien alle „dankbar“, alle „verhaltensgestört“ oder „traumatisiert“. So mancher Halter oder Trainer denkt besonders an die Hunde, die durch übermäßiges Jagdverhalten, durch unverhältnismäßige Aggression oder ausgeprägte Angst aufgefallen sind; doch genauso, wie es Tierschutzhunde gibt, die ein schweres Päckchen aus verschiedenen verhaltensspezifischen und ggf. gesundheitlichen Problemen zeigen, gibt es jene, die sich ohne Anpassungsschwierigkeiten in den westeuropäischen Alltag integrieren. Der Tierschutzhund ist auch nur Hund, manchmal intensiver, manchmal…

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Zuneigung beim Hund

Nach einer Korrektur des Hundes ist es wichtig ihm durch Zuneigung zu zeigen, dass er nun das richtige Verhalten gezeigt hat.

D.h. dies läuft in Sekundenbruchteilen ab, ich korrigiere den Hund und wenn er in der nächsten Sekunde richtiges Verhalten zeigt, also z.B. Ruhe, mich anschauen, sich zurücknehmen….. dann kommt sofort Zuneigung.
Für die Zuneigung nehme ich mir wirklich Zeit, hier in dem Film mache ich das relativ kurz, da es sonst zu „langweilig“ zum Anschauen ist. Aber es sollte intensiv sein, am besten zum Hund knieen. Wie gesagt mit „Herz und Bauch“.

Hier geht’s zum Film:
https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=rhKM90YI-No

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Training mit Schäferhund

14.02.2018, Training mit Fee und, Ziehen lassen, Quer Wald laufen ohne Leine, dabei Geschwindigkeiten variieren, so dass Hund sich am Menschen orientieren muss, Stockarbeit, Aussenreize ruhig wahrnehmen, wir hatten Hundebegegnungen auch im Freilauf, Abruf, und dann Stöberarbeit mit Stock im Wald, wieder gemeinsam am Geschirr laufen. Pause machen auf Bank. War ein sehr schönes Training. Aber ich muss selbst wieder fit werden!

Hier geht’s zum Film:

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Abbruchsignale – Interview mit Sophie Strodtbeck & Günther Bloch

https://www.wuff.eu/wp/abbruchsignale-interview-mit-sophie-strodtbeck-guenther-bloch/

Während die einen überzeugt sind, dass Abbruchsignale das Vertrauen des ­Hundes in seinen Halter erschüttern, zeigen andere, dass sie eine normale Form der ­Kommunikation zwischen Hunden darstellen. Bedenkt man dieses Thema, wird man wohl auch auf den Charakter des Hundes eingehen müssen – Pauschal­lösungen gibt es keine, wie Günther Bloch sagt. Zudem geht es immer auch um die Art des Abbruchsignals. Das würde auch die Diskussion zwischen Gegnern und Befürwortern versachlichen. Günther Bloch und Sophie Strodtbeck sind WUFF-Lesern gut bekannt. Helga Drogies hat beide zum Thema interviewt.

Sozioemotionale Stabilität

H. Drogies: Wenn man über ­Grenzen-Setzen und Abbruch­signale in Kanidengesellschaften spricht, kommt oft der Einwand, Hunde seien keine Wölfe mehr und Menschen streng genommen gar keine Rudelführer. Was erwidert man dieser Kritik?

G.Bloch: „Benimmregeln“ gelten für alle geselligen Lebewesen. Ansonsten lebt man solitär. Ja, ich bin leidenschaftlicher Kanidenbeobachter. Vor allem aber bin ich Mehrhundehalter. Und das alles seit Jahrzehnten. Wir Primaten erscheinen im Umgang mit unseren Vierbeinern oft tragisch-hilflos überfordert. Gestandene Wolfs- und Hundeeltern kennen derartige Probleme kaum. Sie wissen instinktiv, warum, wann und wie sie u.a. körper­betonte und nicht-köperbetonte ­Abbruchsignale vermitteln. ­Sozio­emotionale Stabilität fällt ja nicht vom Himmel. Welpen kann man – überspitzt formuliert – als Egoisten bezeichnen, die den Sinn und Zweck von gegenseitiger Rücksichtnahme und Hilfestellung sowie „Fair-Play“ erst durch genaue Beobachtung, durch Nachahmung, Rollentausch und über fein aufeinander abgestimmtes Signalisieren und Angleichen unterschiedlicher Bedürfnisse lernen müssen. Jungkaniden sind wie Lehrlinge. Sie absolvieren eine Art „Studium“. ­Abbruchsignale sind ein fester Bestandteil jeden sozialen Verständnisses. Wem die Möglichkeit verwehrt wird, Kommunikations-, Interaktions- und Spielrituale inklusive Unmutsbekundungen einüben und infolgedessen Beziehungen festigen zu können, verkommt zum bedauerns­werten „Asozialen“. ­Punktuelles Grenzen-Setzen ver­hindert Hemmungslosigkeit, ver­meidet tiefgreifende Konflikte und ernste Auseinandersetzungen.

S. Strodtbeck: Zunächst einmal: wie gerade die Untersuchungen in der Budapester Forschungsgruppe um Prof. Adam Miklosi gezeigt haben, sind Hunde durch ihre Domestikation sehr gut in der Lage, den Menschen so sehr in ihr Sozialsystem einzubinden, dass die gleichen sozialen Mechanismen zwischen Mensch und Hund wie zwischen Hund und Hund gelten können. Ich möchte vor allem auf die Verantwortung des Halters in der Welpen- und Junghundezeit hinweisen: Wenn ein Hund in dieser Zeit lernt, dass er durch das Befolgen eines Abbruchsignals Stress vermeiden kann, stabilisiert sich sein Stressbewältigungssystem. Seine Hirnrinde und seine Nervenbahnung wird leistungsfähiger und er selber damit in Zukunft belastbarer und stressresistenter. Und das Schöne dabei ist, dass er diese Frustrationstoleranz auch verallgemeinert. Wer in der Welpen- und Junghundzeit gelernt hat, dass man nicht immer seinen eigenen Kopf durchsetzen muss, sondern gerade durch gezieltes „mal klein beigeben“ auch den sozialen Frieden erhalten und sich damit ein ruhiges Leben verschaffen kann, wird auch in ganz anderen Konflikt- und Stresssituationen ruhig und ziel­gerichtet handeln. Leider wird vielen Hunden diese Frustrationstoleranz nicht beigebracht. Dabei ist seine Umwelt kontrollieren zu können ein Erfolg, der einem Recht gibt. Und man kann seinen Vorgesetzten wunderbar „kontrollieren“, wenn man tut, was er von einem will. Dann hat man die Ruhe und er die Pflichten!

Hundehalter als „souveräner ­Gruppenleiter“?

H. Drogies: Aber liegt hier nicht der Knackpunkt? Als Hundehalter bekommt man doch allerorten den Begriff des „souveränen Gruppenleiters“ um die Ohren gehauen, der ständig alles Unerwünschte aktiv ignoriert und körperbetonte Abbruchsignale nicht nötig hat.

G. Bloch: Ach was! In einundzwanzig Jahren Kanidenforschung habe ich weder bei Wolf noch Hund jemals Leittiere kennengelernt, die sich immer ausgeglichen und abgeklärt verhalten. Souveränes Auftreten ist kein Dauerzustand. Auch den ultimativ-gültigen Schnauzgriff oder das Umwerfen habe ich nie gesehen. Stattdessen notiere ich tagtäglich nuanciertes, interaktives Kommunikationsverhalten. Die Grundstimmung und sozioemotionale Gestimmtheit von Kanideneltern ist, wie ich schon erwähnte, grundsätzlich freundlich und auf die Aufrechterhaltung von Gruppenharmonie ausgerichtet. ­Dennoch kracht es gelegentlich. Schließlich ist die soziale Organisation von Kanidenfamilien ungemein dynamisch. Dass Leittiere den Lebenstakt ihrer sozialen Gruppe vorgeben, als charismatische Idolfiguren fungieren und oftmals „ihr Ding“ durchziehen (was man offensichtlich neuerlich unter der Definition „aktives Ignorieren“ subsummiert), habe ich erstmals 1992 publiziert. Das ist längst all­gemeingültiger Wissensstand.

Vielleicht sollten manche Hunde­trainer einmal konstruktive Neuvorschläge unterbreiten anstatt die Untersuchungsergebnisse von Anderen ohne Quellenangabe einfach hemmungslos abzuschreiben. Diesbezüglich sei aber jedem Hundehalter ans Herz gelegt, tunlichst auf längerfristiges Ignorieren zu verzichten. Das bedeutet für ein betroffenes Individuum sozioemotionale Isolation. So etwas Grausames tun wohl nur Menschen. Kaniden jedenfalls nicht. Deshalb orientiere ich mich ja weitestgehend an den wölfischen und hundlichen Grundmustern eines funktionalen Konfliktmanagements. Solange man mir nichts Gegenteiliges beweist, gehe ich jedenfalls unbeirrt davon aus, dass erwachsene Kaniden normalerweise wissen, was sie tun.

S. Strodtbeck: Zudem ist häufig unerwünschtes Verhalten durch die gleichzeitige Aktivierung von Selbstbelohnungssystemen im Gehirn gekennzeichnet. Ob es dabei um aktive Vorwärtsaggression, Jagen oder Zerstören von Gegenständen geht, die dabei beteiligten Botenstoffe wirken als Lernverstärker, ein Ignorieren durch den Menschen wird daran nichts ändern. Außerdem zeigen die statistischen Auswertungen der Kommunikationsvorgänge in den genannten Studien dass, wenn ein Abbruch- oder anderes Signal ignoriert wird, es eben durch Eskalation verstärkt wiederholt wird. Wenn der Adressat gar nicht reagiert, weiß man ja nicht, ob er einen überhaupt wahrgenommen hat. Also wird man deutlicher – bleibt einem ja nichts anderes übrig …

Positive Verstärkung und ­Abbruchsignale

H. Drogies: Kürzlich ­wurden Abbruchsignale in einem ­Internetforum mehr oder weniger mit roher Gewalt gleichgesetzt und alle Diskussionsteilnehmer dazu aufgerufen, Verzicht zu üben, um Haushunden unnötiges Leid zu ersparen. Als Alternative zur allgemeinen Hundebehandlung schlug man positive Motivation vor. Wie beurteilt Ihr dies?

G. Bloch: Ja, Ja, „Kampfhunde“ sind generell böse, Aggression ist ausnahmslos negativ zu bewerten, alle Hundehalter wollen „Alphatiere“ sein und jeglicher Gebrauch von Abbruchsignalen ist gewaltverherrlichend. Willkommen in der Welt der unausrottbaren Klischees! Das sind doch größtenteils nur Floskeln konsequenzloser Entrüstung, die sich in hektischen Zeiten zunehmender Naturentfremdung und gesellschaftlicher Orientierungslosigkeit rein kaufmännisch betrachtet bestens verkaufen lassen.

Selbstverständlich leiden Hunde, die man als Mensch aggressiv-gestimmt, zu häufig und vor allem total unverhältnismäßig mit Abbruchsignalen konfrontiert. Wer wollte das ernsthaft bezweifeln? Auf der anderen Seite leiden auch alle Hunde, die man an die emotionale Kette legt, die man bis zur Unkenntlichkeit zu erschreckender Hilflosigkeit erzieht, die nie eigene Erfahrungen sammeln durften, wie mit Frustration umzugehen ist. Zum Alternativvorschlag „positive Motivation“? Dann muss es ja im Umkehrschluss auch negative Motivation geben. Wer’s glaubt!? Ich halte mich da lieber weiterhin an meinen eigenen Wahlspruch, den ich nachweislich seit 1977 vertrete: „So viel positive Verstärkung wie irgend möglich, so viel Abbruchsignale wie unbedingt nötig“. Damit kann ich prima leben.

Bloch und Strodtbeck über ihre eigenen Hunde

H. Drogies: Wenn ich mir noch eine letzte Frage erlauben darf mit der Bitte um eine ehrliche Antwort: Wann und wie genau maßregelt Ihr Eure eigenen Hunde?

G. Bloch: Kein Problem. Ich bin sogar dankbar für die Frage, weil ich ja in manchen Kreisen als unverbesserlicher Hardliner gelte. Der Bloch-Hundehaushalt besteht zurzeit aus unserem fast neun Jahre alten, ­introvertierten, gegenüber allem Fremden sehr ­distanziert auftretenden Seelchen-Typ Raissa (kaukasische Owtscharka-Hündin) und dem fast drei Jahre alten, extrovertierten, alle Menschen und Artgenossen stürmisch be­grüßenden „Kontrolletti-Typ“ Timber (westsibirischer Laika-Rüde). Unsere Madame kontrolliere ich eigentlich sehr gut mittels der Abbruchsignale „Feierabend jetzt“ und/oder „Hände-Klatschen“, wenn sie ihr majestätisch-­territoriales Auftreten ab und an maßlos übertreibt. Ansonsten ist ­Raissa ihrem Persönlichkeitstyp entsprechend zurückhaltend, besonnen und im Haus die Ruhe selbst.

Mit Wirbelwind und Kontrollfreak Timber sieht die ganze Sache naturgemäß völlig anders aus. Ihn muss ich mehrmals am Tag über das Bloch’sche Lieblings-Abbruchsignal „Spinnst du?“ verbal zur Ordnung rufen, gelegentlich ins Fell zwicken oder mittels Zeige- und Mittelfinger in die Schulterpartie stoßen bzw. phasenweise regelrecht zur Ruhe zwingen, indem ich ihn strikt auf einen Liegeplatz verweise. ­Timber erinnert sich nämlich manchmal nur ungerne der Jahrtausende alten Kaniden­regel, dass ausgiebige In­aktivphasen zum seelischen Ausgleich unabdingbar sind. Das war’s. Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

S. Strodtbeck: Das hängt, wie eben so schön von Günther erklärt, erst einmal davon ab, um welchen Hunde­typ/Hund, in welchem Alter und in welcher Lebenssituation es geht. Mit meinem hypersensiblen Chihuahua-Mix Piccolo gehe ich natürlich anders um als mit dem „sie hat es sicher nicht so gemeint-Beagle“ Herrn Meier. Bei Piccolo reicht ein Blick oder ein an ihn adressiertes „Feierabend jetzt!“, Herr Meier hingegen wird durchaus gelegentlich mal angerempelt, wenn er z.B. mal wieder meint, sich quer vor mir auf der Treppe positionieren, oder den anderen Dreien mit respekt­losen Rempeleien auf die Neven gehen zu müssen. Denn dass man alte ­Arthrose-geplagte Damen (damit meine ich die beiden Hündinnen, nicht mich!) genauso wenig über den ­Haufen rennt wie einen Zwerghund, muss auch ein Beagleschnösel lernen.

Die Hunde regeln hier viel unter­einander, oft mit deutlicher aggressiver Kommunikation, aber natürlich ohne Beschädigungen, denn sie haben eben alle gelernt, auf Abbrüche zu reagieren – manche schneller, bei manchen (einem!) dauert es eben manchmal etwas länger, bis auch er kapiert. Zu seiner Verteidigung muss man aber sagen, dass er hier schon einiges gelernt hat. Aber wenn es mir zu bunt/zu laut wird, greife ich ein. Und wie Timber leidet auch Meier an Alzheimer, wenn es um die Aktivitätsphasen geht, also ist auch hier öfter mal eine Zwangspause angesagt. Dafür ist mir dann der Rest der Meute dankbar. Günes, die alte Dame und ihres Zeichens Canis autisticus, ist die Meisterin der Bewegungseinschränkung, vor allem, wenn Hundebesuch da ist. Wenn sie es übertreibt, schlage ich sie in diesem Fall z.B. mit ihren eigenen Waffen und bedränge und fixiere auch sie, dann zieht sie Leine und lässt es gut sein.

Auf der anderen Seite sorge ich eben auch dafür, dass der Besuch sie in Ruhe lässt. Andra ist – obwohl auch Beagle – wesentlich leichter zu beeindrucken als Herr Meier, auch bei ihr reicht in der Regel ein deutliches „Schluss jetzt!“. Alles in allem würde ich behaupten, dass wir trotz bunt gemischter Truppe und gelegent­lich nötiger Abbrüche ein recht harmo­nisches und vertrauensvolles (Zu­sammen-)Leben führen.

H. Drogies: Vielen Dank für das offene und äußerst informative Gespräch.

Literaturquellen und Hinweise:

  • Bloch, G. & Radinger, E. H. (2010): Wölfisch für Hundehalter, Kosmos.
  • Bloch, G. & Radinger, E. H. (2012): Affe trifft Wolf, Kosmos.
  • Gansloßer, U. (2007) Verhaltensbiologie für Hundehalter. Kosmos.
  • Strodtbeck, S. (2011) Kein Häuptling ohne Indianer – die Sache mit der Dominanz. Hundemagazin WUFFwww.gesunde-hunde-shop.de

Die mit Helga Drogies gekennzeichneten Fotos stammen aus dem Buch G. Bloch, E.H. Radinger, „Affe trifft Wolf“, Kosmos, 2012. Diese Bilder und andere Aufnahmen der von G. Bloch begleiteten „Pipestone-Wolfsfamilie“ sind in Form eines Kalenders erhältlich bei:http://www.gesunde-hunde-shop.de

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Rückkehr des Wolfes

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Studie: Fürsorgliche Hundemütter schaden Welpen

Quelle: https://www1.wdr.de/wissen/natur/helikopter-hunde-100.html

Studie: Fürsorgliche Hundemütter schaden Welpen

  • „Verwöhnte“ Welpen scheitern als Blindenhunde.
  • US-Studie zum Einfluss der Hundemutter.
  • Welche Rolle spielen genetische Einflüsse?

Hunde, die als Welpen von ihren Müttern mit besonderer Fürsorge aufgezogen wurden, schaffen die Ausbildung zum Blindenhund seltener als die, die sich anstrengen oder mit Frust fertig werden mussten. Das ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie, die jetzt veröffentlicht wurde. Die Forscher von der University of Pennsylvania warnen aber vor schnellen Schlussfolgerungen.

Das Forscherteam unter der Leitung von Emily Bray hat Hündinnen und ihren Nachwuchs beobachtet, um nachzuvollziehen, welchen Einfluss frühe Erfahrungen auf die erwachsenen Tiere hat. Bisher hat man das an Nagetieren, Menschenaffen und – in Grenzen – auch an Menschen untersucht, nicht aber an Hunden.

Die „Helikopter-Hündinnen“ sind gestresster

Die 23 Mütter und 98 Welpen lebten in der Zuchtstation einer Organisation, die Blindenhunde aufzieht und trainiert. Diese Hunde schienen den Forschern besonders geeignet, weil der Maßstab zur Beurteilung der „Erziehung“ einfach ist: Entweder werden sie Blindenhunde, oder sie scheiden vorher aus.

Die Forscher quartierten sich in der Station ein und beobachteten das Verhalten der Tiere rund um die Uhr: Stillt die Mutter im Liegen oder im Stehen? Wie lange leckt sie die Welpen? Außerdem wurden Speichelproben genommen, um die Menge des Stresshormons Cortisol zu messen. Ergebnis: Fürsorgliche Mütter waren von vorneherein gestresster als die gelassenen Tiere. Sie reagierten auch heftiger, wenn ihnen die Welpen weggenommen wurden.

Kleine Herausforderung, große Wirkung?

Der Nachwuchs dieser Hündinnen schaffte es tatsächlich seltener, das Trainingsprogramm der Blindenschule zu absolvieren. Besonders die Tiere, deren Mütter sich zum Stillen hinlegten, waren benachteiligt. „Wenn eine Mutter auf dem Bauch liegt, haben die Welpen freien Zugang zur Milch„, so ein beteiligter Forscher. „Wenn sie steht, müssen die Welpen sich anstrengen.“

Es scheint, dass Welpen schon in diesem frühen Alter lernen müssen, mit kleinen Herausforderungen umzugehen„, so Expertin Bray. „Wenn sie das nicht tun, dann schadet es ihnen später.“

Intelligenz und Temperament spielen auch eine Rolle

Archiv: 26.10.2016. Ausbildung eines Blindenhundes, Blindenhund mit Ausbilderin am Straßenrand

Anspruchsvolle Ausbildung für Blindenhunde

Das Forscherteam hat aber nicht nur den Umgang der Mütter mit ihren Welpen untersucht, sondern auch ältere Hunde beobachtet. Dabei ging es um Auffassungsgabe und Temperament, also darum, wie lange sie brauchten, um eine Aufgabe zu lösen oder wie sie auf eine ungewohnte Situation reagierten. Die, die dabei gut abschnitten, waren – wenig überraschend – auch die, die als Blindenhunde reüssierten.

(Noch) keine Kritik an „Helikopter-Eltern“

Fürsorgliche Mutter, gescheiterter Nachwuchs: Es scheint eine Verbindung zu geben. Allerdings sind die Forscher vorsichtig mit Schlussfolgerungen. „Wir wissen nicht, ob die Welpen später ängstlicher sind, weil sie verhätschelt wurden und Ängste ihrer Mutter übernommen haben“, heißt es, „oder ob sie eine genetische Veranlagung geerbt haben.“

Fragen, denen Bray weiter nachgehen will. „Beim Bemuttern gibt es wohl eine schwierige Balance“, sagt sie. „Es ist einfach zu sagen, ‚Überfürsorgliche Mütter sind schrecklich‘. Aber wir kennen die Mechanismen noch nicht genau, wir wollen auch nicht, dass das Pendel in die andere Richtung ausschlägt.“

Stand: 07.08.2017, 21:00

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Welpenspielgruppen aus verhaltensbiologischer Sicht

Quelle: http://hundemagazin.ch/welpenspielgruppen-aus-verhaltensbiologischer-sicht-2/

Welpenspielgruppen aus verhaltensbiologischer Sicht

Das Konzept der «Welpenspielgruppe» wirft drei Fragen auf, die vor weitergehenden Überlegungen beantwortet werden sollen:

  • Was ist ein Welpe?
  • Was ist eine Gruppe?
  • Was ist Spiel?

Was ist ein Welpe?

Ein Welpe ist ein junger Hund in der Zeit zwischen seiner Geburt und dem Beginn des Zahnwechsels. Diese Zeit ist gekennzeichnet durch Phasen besonders schnellen und nachhaltigen Lernens. In der kurzen Zeitspanne zwischen der 3. bis 16. Woche entwickelt der Welpe durch Erfahrungen mit seiner physikalischen und sozialen Umwelt einen emotionalen und kognitiven Rahmen. Erfahrungen während dieser Zeitspanne, sowohl emotional positive als auch negative, beeinflussen den Hund oft lebenslang, denn innerhalb dieses Rahmens verläuft die weitere Verhaltensentwicklung inklusive der Entwicklung von Verhaltensproblemen.

Zu Recht wird also diesem Zeitabschnitt besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt und das Angebot von Welpengruppen wird als ein wichtiger Schritt für die Verhaltensentwicklung junger Hunde angesehen. Allerdings fehlt nach wie vor ein Beleg, dass Welpenspielgruppen Angst- und Aggressionsverhalten Artgenossen gegenüber verringern.

Was ist eine Gruppe?

Erst einmal ist eine Gruppe eine Ansammlung von Individuen. Die Beziehungen dieser Individuen untereinander können sehr verschieden sein. «Wir gehen mit unserem Hund in eine Welpengruppe.» In der öffentlichen Wahrnehmung ist eine Welpengruppe prinzipiell positiv und notwendig. Dabei hängen die Wirkungen der Gruppe von den Individuen, dem Umfeld und den Leitungspersonen ab. Hunde können in Gruppen interagieren und auch in Gruppen leben. Soziales Verhalten und die Fähigkeit zur Impulskontrolle befähigen sie dazu. Allerdings muss Interagieren in Gruppen gelernt werden. Eine Gruppe besteht aus Individuen, die überwiegend in Beziehungen zu zweit interagieren. Die Qualität dieser Beziehungen führt zu gravierenden Unterschieden zwischen verschiedenen Gruppen.

Von der Gruppe im Allgemeinen zur Welpenspielgruppe im Speziellen

Welpenspielgruppen sollen weiterführen, was durch Verkauf und Weitergabe der Welpen unterbrochen worden ist: das lehrreiche Spiel der Wurfgeschwister untereinander. Ist das wirklich schlüssig? Geschwisterwelpen machen sehr viel mehr miteinander als spielen. Sie bilden individuelle Vorlieben ‒ Freundschaften ‒ und Abneigungen aus. Sie sind viele Stunden beisammen, können ihre Beziehung durch Kontaktliegen und gegenseitige Körperpflege entwickeln. Sie lernen zu konkurrieren. Sie verbringen die Nächte zusammen und erleben gemeinsam die Welt. Vor allem sind sie miteinander verwandt und haben einen gemeinsamen Familiengeruch. In der frühen Jugendentwicklung liegt der Schwerpunkt bei Kontaktverhalten und Aufbau von Bindungen. Sie sind eine wichtige Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit einer potenziell gefährlichen Umwelt.

Wie anders ist doch eine Welpengruppe! Eine Welpengruppe besteht aus Individuen, die einander fremd sind. Sie reagieren unterschiedlich auf Umweltreize, soziale Herausforderungen und sind unterschiedlich weit entwickelt. Verschiedene Hundetypen sind vertreten, die nicht nur anders aussehen, sondern sich auch anders verhalten. Ausserdem treffen die Welpen in einem fremden Umfeld aufeinander und oft fehlt ihnen die sichere Basis, um so viel Fremdheit bewältigen zu können: Manche Hundehalter besuchen bereits kurz nach dem Einzug des neuen Familienmitglieds eine Welpenspielgruppe. Mit Menschen sozialisierte Hunde bauen zwar schnell Bindung zu Menschen auf, aber die Qualität der Bindung lebt von der Summe der Erfahrungen, die der Welpe mit seinen neuen Menschen macht. Bindung ist ein Lernprozess, der Zeit beansprucht.

Was ist Spiel?

Das Spiel junger Säugetiere spiegelt die Entwicklung des Verhaltensrepertoires der jeweiligen Tierart. Spielen ist nicht nur wichtig, es lässt sich nicht vermeiden. Ist Spiel bei extrem eingeschränkter Haltung nicht möglich ‒ kein Zugang zu Artgenossen, anderen Tieren und Objekten ‒ entwickeln sich Verhaltensstörungen wie Fressen des eigenen Kots und stereotypes Verhalten. Welpen brauchen wie alle jungen Säugetiere Gelegenheiten zum Spielen. So haben Objektspiele einen Bezug zur Umwelterkundung und soziales Spiel mit Gruppenmitgliedern begünstigt stabile Beziehungen und Bindungen. Spiel braucht einen sicheren Rahmen. Dieser entsteht durch die Anwesenheit von Bindungspartnern in einem Umfeld ohne Bedrohungen.

Spiel entsteht während der Jugendentwicklung, wenn verschiedenartige Elemente erwachsenen Verhaltens einzeln und bunt gemischt auftreten und dabei immer wieder praktiziert werden. Je umfangreicher das Verhaltensrepertoire (Ethogramm) einer Tierart ist, desto mehr wird gespielt und desto mehr Verhaltensreaktionen kann man im Spiel beobachten. Hunde unterscheiden sich durch züchterische Selektion stark in ihrer Beutefangsequenz. Dies führt zu verschiedenen Spieltypen, die nicht immer miteinander harmonieren.

Spiel hat mehrere Funktionen

  • Üben von Bewegungen, die überlebenswichtig sind. Die Verhaltenselemente sind abhängig von der Lebensweise der jeweiligen Tierart beziehungsweise des Hundetyps.
  • Verfeinerung der Kommunikation
  • Grenzen einschätzen ‒ die eigene Grenzen und die des Spielpartners
  • Beisshemmung wird im Spiel erlernt und fein abgestimmt.
  • Kennenlernen und Einschätzen vertrauter und fremder Artgenossen
  • Stressende Situationen auflösen
  • Strategie zur Konfliktlösung

Spielen ist anspruchsvoll: Tempo, Unterschreitung der Individualdistanz, Verhaltensreaktionen aus den Funktionskreisen Beutefangverhalten und Aggressionsverhalten erfordern eine deutliche Kommunikation zwischen den Spielpartnern. Filmanalysen zeigen, dass zwischen spielenden Hunden beständig kurze Blickkontakte ausgetauscht werden. Deswegen spielen Hunde auch nicht besonders lange. Die Dauer ist kürzer, wenn die Hunde sich noch nicht gut kennen; Hunde, die miteinander vertraut sind, spielen länger. Hunde spielen normalerweise nicht länger als zwei bis fünf Minuten.

Spiel ist wichtig ‒ aber nicht um jeden Preis

Wir lassen unsere Hunde mit Artgenossen spielen: Wann, wo und mit wem? Das sind entscheidende Fragen, die zu positiven Erfahrungen im Hundespiel führen. Während des Spielens sind folgende Faktoren mit grösserer Wahrscheinlichkeit Vorboten aggressiven Verhaltens:

  1. Spiel, bei denen ein Hund immer wieder angerempelt wird.
  2. Es sind mehr als zwei Hunde beteiligt.

Insgesamt sind Anzeichen von Erregung, Angst, Stress und Konflikt zuverlässige Vorboten, dass Spiel in Aggressionsverhalten kippt.

Unterbrechungen 

Hunde unterbrechen Spielsequenzen oft eigenständig; diese Unterbrechungen sind immer mit einer Verringerung des Tempos, der körperlichen Kontakte und des direkten Blickkontaktes verbunden. Dies reguliert das Erregungslevel nach unten. Hunde müssen lernen, wie sie unterbrechen können. Sie müssen lernen, auf diese Unterbrechungen angemessen zu reagieren. Ohne Unterbrechung und passende Reaktion darauf eskaliert Spiel sehr schnell: Kommunikationsfehler treten auf und einer der Spielpartner fühlt sich bedroht. Erfahrene Hunde greifen oft in das Spiel anderer ein und unterbrechen es. Menschen können und müssen diese Aufgabe ebenfalls übernehmen.

Je besser die Hunde sich kennen, desto seltener muss regulierend eingegriffen werden. Je unerfahrener die Hunde sind, desto häufiger muss unterbrochen werden. Unterbrechen die Hunde selbst, indem sie immer wieder das Tempo verringern, sollte nicht eingegriffen werden.

Sozialisation

Verhalten in Gruppen und Spiel haben einen gemeinsamen Nenner: Sozialisation. Bereits vor 15 Jahren schrieb Steven R. Lindsay (2001), dass Sozialisation ein Prozess ist, der sorgfältig begleitet werden sollte: Der Welpe soll graduell (kleinschrittig), strukturiert und kontrolliert seine nähere und weitere Umwelt erleben können. Im Vordergrund stehen positive Erfahrungen, die zu Bewältigungsfähigkeit führen.

Nicht wahllose Exposition («Viel hilft viel!»), sondern Bewältigung ist die Grundlage der Sozialisation.

Schauen wir uns den Besuch einer Welpenspielgruppe unter diesen Gesichtspunkten einmal an. Welpenspielgruppen finden an einer Örtlichkeit statt, die der Welpe noch nicht kennt. Dort trifft er auf fremde Menschen und fremde Artgenossen. Vom Auto aus wird er auf das Gelände gebracht. Kleinschrittige Annäherung mit ausreichend Zeit zur ungestörten Umwelterkundung ist unter diesen Umständen nicht möglich. Aber ist das tatsächlich problematisch? Schliesslich trifft der Welpe ja auf Spielgefährten; Spielen macht Spass, und so kommt es automatisch zu einer positiven Verknüpfung des Ortes, fremder Menschen und Artgenossen. Das Problem bei dieser Sichtweise ist: Spiel ist keine Garantie für Wohlbefinden, sondern muss immer wieder angepasst und verfeinert werden. Spielen ist anstrengend!

Welpenspielgruppen, bei denen mehrere Welpen bunt durcheinander wuseln, bieten für diese Anstrengung nicht das passende Umfeld. Je grösser die Spielgruppe ist, desto schwieriger wird es für den einzelnen Hund, Emotionen und Verhalten zu regulieren. Spielen zwei Welpen miteinander, werden sie oft von aussen durch andere Welpen unterbrochen. Das ist frustrierend und steigert das Erregungslevel. Das fremde Umfeld selbst wirkt stressend auf alle Welpen. Je nach Typ und Robustheit gehen sie unterschiedlich damit um:

  • Rückzug
  • Intensivierung des Spielens
  • Übersprungverhalten
  • Kompensation durch selbstbelohnendes Verhalten aus der Beutefangsequenz
  • Aggressives Verhalten

Unabhängig von den individuellen Strategien der Welpen passiert unausweichlich eines: Ein steigendes Erregungslevel wird mit der Anwesenheit fremder Artgenossen verknüpft. Alleine diese Assoziation bereitet einen Weg in spätere Verhaltensprobleme. Zusätzlich praktizieren die Welpen unter Stress überwiegend selbstbelohnendes Verhalten, ohne auf die Befindlichkeit und die Bedürfnisse des anderen Hundes eingehen zu können. Das ist nicht mehr Spiel, auch wenn es noch so aussehen sollte.

Es ist prinzipiell nicht einfach, Spiel als solches zu erkennen, aber in einer Gruppe mehrerer Welpen ist das ein besonders schwieriges Unterfangen. Spiel ist eingebettet zwischen Annäherung, Begrüssung, Beenden der Interaktion und Trennung. Liegt der Schwerpunkt auf dem Spiel der Welpen, werden diese ebenso wichtigen Elemente zu selten praktiziert. Oft ist das Erregungslevel für deeskalierende Annäherung und Begrüssungsverhalten viel zu hoch. Dies hat zur Folge, dass Welpen überrannt und zu Interaktionen genötigt werden, die kein Spiel sind. In diesem Szenario wird Spiel zu spät und oft auch noch bedrohlich unterbrochen. Dementsprechend wird die Anwesenheit von Artgenossen mit Bedrohung verknüpft.

Was könnte eine Welpenspielgruppe leisten?

Welpen brauchen im Rahmen der Sozialisation unbedingt Kontakt zu verschiedenen Artgenossen. Welpenspielgruppen bieten diesen Kontakt. Allerdings ist die Konzentration auf das Spiel zwischen den Hunden einer gelungenen Sozialisation abträglich. Unter bestimmten Bedingungen aber können Welpenspielgruppen ein wichtiges Angebot für Hundehaltende sein. Spiel ist ein komplexes Thema und verdient einen besonderen Platz im Angebot von Hundeschulen und Vereinen. Allerdings können wir sehr viel mehr für die Entwicklung von Welpen tun, als ihnen schlecht strukturierte Gelegenheiten zum Spielen zur Verfügung zu stellen.

Voraussetzungen für sinnvolle Welpenspielgruppen:

  1. Das Umfeld ist gut strukturiert und stimuliert Umwelterkundung. Verschiedene Objekte und Pflanzen sorgen für Unterbrechungsmöglichkeiten und Ablenkung. Spiel wird begonnen, Spiel muss aber auch beendet werden. In einem langweiligen Umfeld finden die Welpen oft kein Ende und Spiel kippt durch mentale Erschöpfung in Übersprungverhalten oder aggressives Verhalten.
  2. Auf Reize, die für viele Hunde bedrohlich sind, sollte verzichtet werden: Klappernde Objekte, Flatterbänder, laute Geräusche und Ähnliches. Sie sind nicht Thema einer Welpenspielgruppe, denn diese Reize führen in Verbindung mit Kontakten zu fremden Artgenossen schnell zu einer Summierung von Stressoren.
  3. Für jeden Menschen mit Hund sollte ein Platz als Rückzugsort zur Verfügung stehen. Der Gegenpol zur Erregung durch Spiel ist die Möglichkeit zur Entspannung in Anwesenheit von Artgenossen. Dies ist auch eine wichtige Fähigkeit für den Alltag. Die Rückzugsorte der Kursteilnehmer sollten so weit auseinanderliegen, dass Kontaktverhalten oder auch Spiel zwischen Welpen und Bezugspersonen leicht stimuliert werden kann. Nach Pausen kann der erholte Welpe wieder einen anderen Hund kennenlernen.
  4. Räumliche Aufteilung, damit jeweils zwei Welpen ungestört Kontakt haben können. Unter solchen Bedingungen haben die Hunde ausreichend Zeit für Annäherung und Begrüssung. Spiel zwischen Welpen braucht nicht viel Platz.
  5. Die Welpen sollten harmonieren können. Die Trennung nach Alter oder Grösse ist für den Einstieg eine gute Massnahme.
  6. Rückzugsmöglichkeiten offen lassen!
  7. Die Betreuungsdichte durch Mitarbeiter sollte hoch sein.

Spiel ist in der Praxis ein anspruchsvolles Thema. Die Bezugspersonen müssen lernen, unerwünschtes Verhalten ihres Hundes zu erkennen und freundlich zu unterbrechen. Ausserdem sollen sie lernen, wie sie ihren Welpen im Alltag mit anderen Hunden zusammenführen können. So werden Welpenspielgruppen nicht zu einem wöchentlichen Sonderfall von (versuchter) Sozialisation, sondern zu einem Lernfeld für das Leben im Alltag.

Text: Dr. Ute Blaschke-Berthold

 

 

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