Entstehung des Jagdverhaltens

Entstehung des Jagdverhaltens

Bei Untersuchungen wurden speziell Herdenschutzhunde, Hütehunde und Schlittenhunde verglichen.
Interessant war, dass bei Herdenschutzhunden das Jagdverhalten (Beutefangverhalten) erst viel später in der Welpenentwicklung (etwa ab der 20.Lebenswoche) auftrat.
 
Die erste! sensible Phase beim Welpen für Artgenossen, Menschen…. findet von der fünften bis ca. zwölften Lebenswoche statt. D.h. wenn der Herdenschutzhund auf „Schafe, Rinder…sozialisiert wird, die er später beschützen soll“, findet dies in einer Phase statt, in der überhaupt kein Beutefangverhalten gezeigt wird. Somit ist gewährleistet, dass später Schafe und andere Nutztiere, nicht als Beute betrachtet werden.
 
Sollte aber trotzdem ein Junghund mal versehentlich eine Jagd auf ein z.B. Schaf machen, dann bleiben die ihm vertrauten Schafe einfach stehen, und der auslösende Reiz ist gleich wieder weg.
Es kann natürlich aber auch sein, dass das Schaf den Hund angreift, und nachdem er das Schaf als „Pseudoartgenossen“ ansieht, wird er sich diesem sofort unterwerfen.
Funktioniert das nicht, wird der Hund für die Dauer der zweiten! seniblen Phase, also in der zweiten Hälfte des 1.Lebensjahres aus der Herde genommen.
Wegen des geringen Dopaminspiegels der Herdenschutzhunde hat er meistens dieses einmalige Erlebnis schnell vergessen und so kommt es zu keiner Fehlverknüpfung.
 
WAS BEDEUTET DAS FÜR DEN HUNDEHALTER!!!!!
Je weniger auslösende Reize irgendwelcher Ersatzhandlungen den ECHTEN, also jagdbaren Beutetieren ausgehenden Reizen ähneln, und dies während der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres!!!!!! umso weniger kommt es zu unerwünschten echtem Jagdverhalten.
 
ALSO JE KONSEQUENTER DER VERSUCH, einen falschen Reiz (Jogger, Hase, oder ein zufällig vorbeifliegender Ball spielender Kinder) zu verfolgen, UNTERBUNDEN wird, DESTO LEICHTER WIRD ES AUCH SPÄTER WERDEN, DEN HUND AN SOLCHEN SITUATIONEN PROBLEMLOSER VORBEIZUFÜHREN.
 
Man kann es nicht oft genug sagen, das erste Lebensjahr eines Hundes soll NUR für Beziehungs- und Erziehungsarbeit genutzt werden und nicht für Training oder Ausbildung.
Gerade Wurfgegenstände wie Bälle und andere, die durchaus Suchtverhalten auslösen können, sollten in dieser Zeit möglich überhaupt nicht zum Einsatz kommen.

Quelle: Udo Ganslosser, Buch ……. und weg ist er! Jagdverhalten für Hundehalter, Band 5
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Über christianeostermeier

Meine Philosophie ist: Hunde brauchen passende Hunde, damit sie sich glücklich und zufrieden fühlen. Hunde wollen wie Hunde behandelt werden. Hunde untereinander brauchen keine Leine, sagen nicht "Sitz, Platz, Fuß" zueinander. Sie sind an einer sehr guten Gemeinschaft interessiert.
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